Inklusion

Inklusion als Qualitätsmerkmal

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Kulturminister Dr. Ludwig Spaenle händigte bei einem Festakt in München der Pfalzgraf-Friedrich-Mittelschule neben weiteren 31 Schulen aus allen Teilen Bayerns die Urkunde "Schule mit dem Schulprofil Inklusion" aus. "Die bayerischen Profilschulen unterstützen vorbildlich das gemeinsame Lernen und Leben von jungen Menschen mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf", betonte der Kultusminister. Er hob dabei besonders das große Engagement der Lehrkräfte hervor: "Mit ihrem Einsatz tragen unsere Lehrkräfte dazu bei, dass das Miteinander an den Schulen gelingen kann."

Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ist eine zentrale Herausforderung des bayerischen Schulwesens. Dabei stehen in Bayern die Schüler mit ihrem konkreten Förderbedarf im Mittelpunkt. Der Freistaat setzt daher bei der Umsetzung der Inklusion neben besonderen Profilschulen auf eine Vielfalt der Angebote inklusiven Unterrichts. Die Förderzentren spielen jedoch als Lernorte und Kompetenzzentren weiterhin eine bedeutende Rolle. Als Profilschule stehen wir in der Pflicht, uns intensiver mit der Heterogenität unserer Schülerschaft auseinanderzusetzen, mit Schülern also, die unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen: Probleme beim Lernen oder Verstehen, mangelndes Selbstvertrauen, körperliche Beeinträchtigungen oder soziale Defizite.

Die Verleihung dieses Profils bedeutet also, dass ab diesem Schuljahr auch Schüler in den Klassen der Mittelschule Vohenstrauß gezielt gefördert werden können. Durch dieses spezielle Angebot ist es für Kinder und Jugendliche mit geistigen und körperlichen Handicaps möglich, Regelschulen zu besuchen - eine "Win-win-Situation" für beide Seiten!

Für Rektor Alfons Raab ist es wichtig, dass benachteiligte Kinder in der Schule nicht ausgegrenzt werden. Wir müssen die Leute mit in die Gemeinschaft hereinholen und nicht schon als Kinder isolieren. Die Persönlichkeitsbildung stellt eine maßgebliche Zielperspektive des Bildungsangebots der Mittelschule Vohenstrauß dar. Der Gedanke und die Aufgabe der Inklusion tragen einen gewichtigen Teil zur Umsetzung bei.

Um das Schulprofil "Inklusion" zu erhalten, hatte die Pfalzgraf-Friedrich-Mittelschule mehrere Bedingungen zu erfüllen: Die Schule legte ein entsprechendes Bildungs- und Erziehungskonzept vor, das von der Schulfamilie, vom Elternbeirat, vom Schulamt Neustadt/WN und vor allem dem Sachaufwandsträger mitgetragen werden muss. Außerdem soll die Schule bereits Erfahrungen im Unterricht mit sonderpädagogischem Förderbedarf haben. Ferner muss die Inklusion ein besonderes Gewicht im Schulentwicklungsprozess einnehmen.

Für die Mittelschule wurden zusätzliche Lehrerstunden zur Förderung und Differenzierung genehmigt. Gleichzeitig ist die Anwesenheit einer Fachkraft vom Sonderpädagogischen Förderzentrum Vohenstrauß gesichert. Diese Sonderschullehrerin unterrichtet entweder gemeinsam im Tandem mit den Kollegen der Mittelschule in der Klasse oder in differenzierender Form in einem anderen Raum.

Die Schulfamilie der Pfalzgraf-Friedrich-Mittelschule freut sich und ist stolz darauf, dass sie es geschafft hat. Natürlich weiß sie auch, dass es noch eine Menge zu tun gibt. Stolpersteine müssen aus dem Weg geräumt werden, Grenzen müssen abgebaut oder akzeptiert werden, weil wir nicht alle überwinden können. Aber das macht nichts, da das Kollegium aus einer Fülle von Optimisten besteht. Die Mittelschule Vohenstrauß legt großen Wert darauf, dass alle Kinder und Jugendlichen entsprechend ihrer Fähigkeiten und Möglichkeiten unterstützt werden.